An dem Mond

von Johann Heinrich Voß

Ach, vergebens lächelst du mir vom blauen
Himmel, lieber Mond! Wie in Herbstgewittern,
Ist voll düstern Kummers mein Geist, voll trüber
Zähren mein Auge!

Dreimal gingst du strahlenlos durch den Äther,
Dreimal neubestrahlt; und kein einzig Lüftchen
Sagt mir armen Jüngling, was fern mein trauter
Brückner beginnet!

Seelenangst und brennende Fieber martern
Ihn vielleicht zur Stunde, vielleicht, o Himmel!
Scheinest du, falschlächelnder Mond, auf seinen
Ragenden Grabstein!